Die Bedeutung der Volatilität

Die Volatilität ist ein Verhalten von Aktien und anderen Wertpapiere, das besonders in kritischen Phasen der Börse verstärkt Beachtung findet. Man bezeichnet mit der Volatilität die Schwankungsbreite der Kurse. Ist diese besonders groß und auch gegensätzlich, spricht man von hoher Volatilität. Dahinter verbirgt sich ein widersprüchliches Anlegerverhalten: Die eine Gruppe geht von steigenden Kursen aus, die andere von fallenden Kursen. Das Ergebnis ist eine allgemeine Unsicherheit, die zu einer verstärkten Schwankung der Kurse führt.

Der VDAX – unverzichtbar in Krisenzeiten

Als allgemeines Maß für die Volatilität in der Bundesrepublik gilt der VDAX. Er gibt die implizite Volatilität des Dax an. Bei stärkeren Kursschwankungen spricht man von hoher Volatilität, bei ruhigen Kursbewegungen ist sie niedrig. Der VDAX gilt auch als das „Angstbarometer“ der Börse. Alle Börsen bieten einen Volatilitätsindex an. Es gibt auch einen internationalen Index VSTOXX; in den USA achtet man auf den VIXX.

Das Optionspreismodell

Der Begriff Volatilität stammt aus der Optionspreistheorie. Neben anderen ist er fester Bestandteil der Black-Scholes-Formel, die einen fairen Preis einer Option ermitteln will. Die Volatilität stellt die Erwartungen der Marktteilnehmer dar. Ob sie eine ruhige oder unruhige Preisentwicklung erwarten, geben die Emittenten der Option auf diese Weise an. Sie ist in der Preisfindung nach Black/Scholes das einzige subjektive Element. Alle anderen Elemente wie Laufzeit, Preis des Basiswertes etc. sind vorgegeben.

Technische Indikatoren

Es gibt auch eine Reihe von technischen Indikatoren, die sich auf die Volatilität beziehen. Sie berechnen auf unterschiedliche Weise die Standardabweichung der Kurse. Häufig verwendet werden die Volatilitätsindikatoren Bollinger Bänder, der ATR (Average True Range) oder Chaikins Volatilität.

Die Volatilität in der Praxis

Beim Kauf von Optionen oder Optionsscheinen ist davon auszugehen, dass der Emittent bzw. der Market Maker mit Hilfe der Angabe der Volatilität den Preis seines Papiers erhöhen oder senken kann. Denn Angebot und Nachfrage sind auch für den Preis der Option bestimmend. In einem normalen Marktumfeld sind deshalb Call-Optionen, die von steigenden Kurse ausgehen, etwas teurer als Put-Optionen. In einem sehr verunsicherten Marktverhalten kehrt sich dieses Verhältnis um, die Puts werden nun teurer als die Calls. In den Preis der Option geht diese Angebot-Nachfrage-Relation ein durch die Volatilität, denn der Emittent hat nach Black/Scholes keine andere Möglichkeit, seinen Preis subjektiv zu gestalten.

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